Gewichtsprobleme beim Hund

Pummelfee oder Klappertarzan?

Kennen Sie das optimale Gewicht für Ihren Hund?
In der Hundewelt scheint es inzwischen, ähnlich wie bei uns Menschen, beide  Extreme recht häufig zu geben. Während die Einen immer runder und unbeweglicher werden, sehen Andere schon krank aus, weil sie so dünn sind.

dicker und dünner Hund

Die Abstauber und Allesfresser

Auch unsere Hunde haben unterschiedliche Konstitutionen. Da gibt es die lieben Allesfresser, die jeden mit ihren treuen Kulleraugen um den Finger wickeln und sich so reichlich Leckerchen zusätzlich ergaunern ;). Erst neulich sah ich wieder, wie eine Dame ihrem kleinen Dackel etwas von ihrem Kuchen abgab. Dabei glich der Hund schon eher einer Mettwurst mit vier Pfoten. Als „Entschuldigung“ wird dann schnell hervorgebracht… „aber er guckt doch so süß und ist ja auch nur ein ganz kleines Stückchen“. Aber auch Futter mit einem sehr hohen Kohlenhydrat- und Fettanteil lässt die Hunde rund werden. Trockenfutter enthält in der Regel um einiges mehr an Kalorien als Feuchtfutter.

Die Mäkeligen

Und dann sind da die anderen Hunde, die einfach nicht fressen mögen. Sie mäkeln an allem herum und bekommen immer noch mehr Aufmerksamkeit, je weniger sie fressen. Das ist natürlich ein Teufelskreis, da die Aufmerksamkeit des Hundeshalters diese Hunde in ihrem Verhalten noch bestätigt. Wie Sie am Besten mit so einem speziellen Fressverhalten umgehen und woran das liegen könnte, erfahren Sie in einem weiteren Artikel.

Die Kranken Hunde

Natürlich gibt es auch, sowohl bei den zu dicken, als auch bei den zu dünnen Hunden, noch Diejenigen, die aufgrund einer Krankheit nicht mehr das Idealgewicht haben. Hier muss dann mit einer speziellen Diät gegen gesteuert werden. Unser Fiete ist zum Beispiel so ein Kandidat, der aufgrund seiner Niereninsuffizienz inzwischen erheblich zu dünn ist. Er bekommt jetzt ein speziell für seine Bedürfnisse zusammengestelltes Futter, mit geringem Proteingehalt und höherem Fettgehalt.
Ein akuter Wurmbefall kann ebenfalls zu einem Untergewicht führen.

Andersherum neigen einige Hunde nach einer Kastration zum Fettansatz. Möglich ist auch ein Bewegungsmangel nach einer Operation an den Gelenken, der den Hund regelrecht aus dem Leim gehen lässt. Hier muss dann ebenfalls das Futter angepasst werden.

Ist mein Hund jetzt zu dick oder zu dünn?

Die nachfolgende Übersicht hilft Ihnen dabei, dass Sie Ihren Hund einordnen können. Sie orientiert sich am Body Condition Score. Also so etwas wie der BMI für Hunde.

Gewichtsübersicht Hunde

starkes Untergewicht:

Der Hund fühlt sich knochig an. Rippenbögen, Becken und Lendenwirbel sind mit bloßem Auge schon erkennbar. Er hat kein Körperfett mehr und bereits Muskelmasse verloren.

leichtes Untergewicht:

dünner Hund

Von oben betrachtet hat der Hund eine sehr deutliche Taille. Von der Seite gut sichtbare Anhebung der Bauchlinie vor dem Becken. Die Rippen sind leicht tastbar und haben keine Fettabdeckung. Die Lendenwirbel und Beckenknochen sind sichtbar.

normales Gewicht

Von oben betrachtet sollte auch hier eine Taille erkennbar sein. Die Rippen sind tastbar, haben jedoch eine leichte Fettabdeckung. Von der Seite ist die Anhebung der Bauchlinie vor dem Becken sichtbar.

leichtes Übergewicht

Hier ist kaum noch eine Taille zu erkennen. Die Rippen kaum unter Fettabdeckung zu fühlen. Der Hund hat bereits erkennbare Fettdepots im Lendenbereich und am Schwanzansatz.

starkes Übergewicht

Es ist eine starke Umfangsvermehrung des Bauches zu sehen. Starke Fettablagerungen an Brustkorb, Wirbelsäule, Hals und Schwanzansatz.

Hund auf Waage © Jessica Bernhardt

Foto: © Jessica Bernhard

Hund auf Waage © Jessica Bernhardt

Foto: © Jessica Bernhardt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beide Extreme sind für Ihren Hund bedenklich, wenn das Unter- oder Übergewicht länger anhält. Eine kurzzeitige Gewichtsabnahme bei einem intakten Rüden, weil in der Nähe eine läufige Hündin wohnt, ist z. B. noch kein Grund zur Sorge. Hier wird sich das Gewicht von selbst wieder regulieren.

Dennoch sollten Sie bei länger anhaltendem Unter- oder Übergewicht einen Tierarzt aufsuchen und die Ursache klären lassen. Sofern Sie sie nicht selbst dem Fressverhalten Ihres Hundes zuordnen können.

Was passiert bei dauerhaften Untergewicht?

  • Das Immunsystem wird geschwächt
  • Das Haarkleid wird dünner
  • Evtl. ergeben sich Hautveränderungen
  • Die Nährstoffversorgung  ist nicht mehr optimal
  • Die Muskulatur wird abgebaut
  • Der Körper greift die Energiespeicher an
  • Der Hund ist nicht mehr belastbar und anfällig für Krankheiten

Und wie ist das bei dauerhaftem Übergewicht?

  • Der Hund leidet häufig an Verdauungsproblemen, Blähungen und Verstopfungen
  • Das Gewicht belastet die Gelenke, es entwickelt sich eine Arthrose
  • Das Herz-Kreislauf-System wird belastet
  • Dadurch auch erhöhtes Narkose-Risiko
  • Bluthochdruck und Diabetes können ebenfalls entstehen
  • Der Hund wird immer unbeweglicher und verbrennt so noch weniger Energie
  • Die Lebenserwartung sinkt drastisch

 

Hund mit Würstchen im Maul

Ein gesundes Mittelmaß, ist also auch beim Gewicht, das Beste, was Sie für Ihren Hund tun können.

Achten Sie bei der Ernährung auf hochwertiges und artgerechtes Futter. Ob das nun ein Trockenfutter, Naßfutter, Barf oder selbstgekochtes Futter ist, ist dabei erst einmal völlig egal.

Wichtig ist, dass Sie den Energiebedarf Ihres Hundes kennen und seine Figur im Auge behalten.

Wie hoch der Energiebedarf Ihres Hundes ist, rechnen wir Ihnen gerne aus und helfen Ihnen auch bei der Auswahl des richtigen Futters für Ihren Liebling.

Hier finden Sie noch eine PDF-Datei mit den gängigen Gewichtsspannen für verschiedene Rassen.

Diese Angaben geben nur einen groben Anhaltspunkt zur ersten Einschätzung.

Ein Kommentar

  1. Pingback:28 Tage Content 2020 - Und Valentinstag ist auch noch! | Anna Koschinski

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.