Getreide im Hundefutter?!

Ist getreidefreies Hundefutter immer besser?

 

zwei Hunde vorm Getreidefeld

Heutzutage ist es ein regelrechter Trend geworden, seinen Hund getreidefrei zu füttern. Dennoch ist in vielen industriell hergestellten Futtersorten immer noch bis zu 80 % Getreide enthalten. Das ist mit Sicherheit nicht gesund.
Während einige Hundehalter zum Discountfutter greifen und sich keine Gedanken über dessen Inhaltsstoffe machen, ist ein anderer Teil der Hundehalter schon übervorsichtig und möchte möglichst gar kein Getreide im Futter haben.

 Wie so oft, ist der goldene Mittelweg wohl die beste Wahl. 

Nach wie vor, sollte eine ausgewogene Hundemahlzeit aus 50 % Fleisch, ca. 20 % Gemüse und max. 30 % Kohlenhydrate bestehen. Wobei die Prozentangaben nicht in Stein gemeißelt sind. Wichtig ist vor allem die Qualität der Inhaltsstoffe.

Der Wolf als Vorbild?

 

Wolf

Der Wolf ist ein Fleischfresser. Aber gilt das auch noch für unsere Hunde?

Die Hundezeitschrift Wuff hat dazu bereits im Jahr 2013 einen Bericht gebracht.

Zitat Wuff: „Erik Axelsson von der schwedischen Universität Uppsala untersuchte erst kürzlich die Gene von 12 Wölfen und 60 Hunden. Dabei fand er 36 Genregionen, die sich vermutlich im Laufe der Domestikation ­verändert haben. Einige dieser Genregionen sind am Stoffwechsel und dem Abbau von Stärke beteiligt. Man kann daraus schließen, dass Hunde Stärke besser verwerten können, weil sie schon sehr früh in ihrer Geschichte stärkehaltige Nahrungsmittel wie z.B. Getreide fraßen (siehe auch Hans Mosser, „Parallel-Evolution von Mensch & Hund: Die Domestikation ging durch den Magen“, in WUFF 6/2013)

 Ich denke, unsere Hunde heute kann man als „Carni-Omnivora“ bezeichnen. Das heißt sie sind Allesfresser, die sich überwiegend von tierischer Nahrung ernähren. So gehören aber auch pflanzliche Kost und Kohlenhydrate auf ihren Speiseplan. 

Wie wurden Hunde früher gefüttert?

Bevor es Fertigfutter für Hunde gab, durfte der Hund noch einfach Hund sein. Er lebte mit seiner Familie auf dem Hof und wurde überwiegend von Resten und Schlachtabfällen ernährt. Er fraß, was er auf dem Hof fand. Das durften dann auch mal  Pferdeäpfel oder altes Brot sein. Er bekam Haferflocken und Blutwurstpampe. Mal ein Ei, Reste von gekochten Nudeln oder Kartoffeln. Fleisch war damals sehr teuer und selbst die Menschen aßen eher selten Fleisch. Wenn es dann mal eine Fleischbrühe gab, war das schon etwas Besonderes. Ob die Hunde mit dieser Ernährung gesünder waren, als unsere heutigen Hunde, kann sicher nicht mehr eindeutig geklärt werden. Aber auch schon damals wurden Schäferhunde 17 Jahre alt oder eine Dogge auch mal 10 Jahre.
Heute achten wir vielmehr auf die Gesundheit unserer Hunde und sind in der Lage, ihnen das bestmögliche Futter zu bieten.

Und trotzdem häufen sich Allergien und Unverträglichkeiten.
Ich denke, das wird zum Teil auch an der schlechter werdenden Qualität der Inhaltsstoffe im industriell hergestellten Futter liegen. Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt in Fleisch und Gemüse ist heute viel geringer, als er noch zu Oma´s Zeiten war. Das liegt vor allem an der Massentierhaltung und dem Düngemitteleinsatz.

Um so wichtiger ist es, dass dein Hundefutter nur natürliche Inhaltsstoffe enthält und dem Hund die wichtigen Mineralien und Vitamine liefert die er benötigt. Nur so kann er ein gesundes Immunsystem entwickeln, welches ihn auch vor Allergien schützt. In diesem Blogartikel erfährst Du, wie Du die Abwehrkräfte Deines Hundes stärken kannst.

Ist Getreide gleich Getreide? – Nein!

 

Maiskolben

Man unterscheidet die Getreidesorten in  glutenfrei  und  glutenhaltig .

Während Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel, Grünkern und einige mehr zu den glutenhaltigen Getreidesorten gezählt werden, gibt es eben auch glutenfreie Getreide. Diese enthalten keinen sogenannten Kleberstoff (Gluten), welcher manchmal zu einer Glutenunverträglichkeit führt.

glutenfreie Getreide

  • Mais
  • Reis
  • Hirse
  • Buchweizen
  • Amaranth
  • Quiona
  • Johannsibrotkernmehl
  • Guarkernmehl

Getreide bzw. die darin enthaltene Stärke, dient im Hundefutter als wertvoller Energieträger und schadet einem gesunden Hund in keinster Weise.

Einen tollen Bericht über Getreide im Hundefutter habe ich auch auf der Seite von Tierarzt Dr. Hölter gefunden.

Zitat: „Eine Allergie gegen Getreideeiweiß ist auch beim Hund möglich. Allerdings ist Getreideeiweiß nicht per se allergener als andere Eiweiße und echte Futtermittelallergien sind seltener als gemeinhin angenommen wird. Da sich Allergien im Normalfall gegen Eiweiße richten, sind Hunde meist gegen eiweißreiche und häufig verwendete Futterbestandteile wie verschiedene Fleischsorten, Eier oder Kuhmilch allergisch. Bei einer wissenschaftlichen Untersuchung von 2009 lag Gluten als Grund für allergische Reaktionen beispielsweise weit hinter Rindfleisch. Niemand würde deshalb auf die Idee kommen, von einer Fleischfütterung generell abzuraten.“

Schonkost für den Hund

…und dann hört man oft: mein Hund darf im Moment nur Schonkost, er bekommt jetzt gekochtes Hühnchen mit REIS.

Ah, ja. Ein glutenfreies Getreide….als Schonkost.
Warum sollte es dann nicht auch im Hundefutter ein wichtiger Bestandteil sein?

Jede einseitige Ernährung stellt für mich ein Problem dar. Nicht nur bei uns Menschen sollte die Ernährung ausgewogen sein. Wenn wir einen Hund nur mit Fleisch ernähren, führt das auch zu einem erheblichen Mineralstoffmangel.

Und hier kommt jetzt doch wieder der Vergleich mit dem Wolf:

Die Hunde brauchen ebenfalls die Nährstoffe, die den Wölfen in freier Natur z. B. die Knochen, das Blut und den Magen-Darm-Inhalt ihrer Beutetiere liefert. Der Darminhalt der Beutetiere besteht aus löslichen Kohlenhydraten, wie Stärke und unlöslichen Kohlenhydraten, wie Zellulose aus Pflanzenfasern. Auch Zellulose wird gern als billiger Füllstoff im Futter verschrien. Diese Zellulose liefert zwar keine Energie, ist aber wichtig für die Darmflora und die Darmmotorik.

Hunde wissen oft instinktiv, wenn ihnen diese Zusätze im Futter fehlen und fressen dann mit großer Freude Gras, Beeren und Wurzeln. Den kohlenhydratreichen Mageninhalt eines Wildschweins, das Getreide und Nüsse in großen Mengen verzehrt, würden sie ganz bestimmt nicht verschmähen.

 

Fazit

 Die aktuelle Angst, gegen jedes Krümelchen Getreide im Hundefutter ist meiner Meinung nach absolut unbegründet.  

Solange nicht durch einen Ausschlusstest genau festgestellt wurde, worauf der Hund allergisch reagiert, sehe ich ein natürliches, getreidehaltiges Hundefutter, ohne chemische Zusatzstoffe, nicht als allergieauslösend an.
Wie schon oben beschrieben, sollte natürlich der Getreideanteil trotzdem eher gering bleiben.
Wenn z. B. in einer 800 gr. Dose Hundefutter 2 % Dinkel enthalten sind, dann ist das so gut wie Nichts und garantiert kein Auslöser für eine schwere Allergie.

Allergien gegen Getreideeiweiß kommen sicher auch bei Hunden vor. Aber nicht häufiger als Allergien gegen andere Eiweiße, wie in Fleisch oder Eiern.

 

Getreide im Hundefutter ist also sogar sehr wertvoll für unsere treuen Gefährten – als ergänzender Energielieferant.

Einen tollen Bericht über die Mythen der Tierernährung findest Du auch auf der Seite der Tierklinik Ismaning.

Wie fütterst Du Deinen Hund? Teilst Du Deine Erfahrungen mit uns?

 

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